Unsere Projekte
Der Afghanische Frauenverein e.V. arbeitet in abgelegenen ländlichen Regionen Afghanistans, aktuell in den Provinzen Kabul, Ghazni, Kunduz und Nangarhar.
Wir helfen dort, wo wir gerufen werden
Unsere Projekte entstehen gemeinsam mit der Bevölkerung, auf ihre Initiative hin und in enger Abstimmung und Koordination mit ihren Ältestenräten, Entscheidern und anderen vor Ort engagierten Hilfsakteuren. Umgesetzt werden sie von 354 lokalen Kolleginnen und Kollegen, 60 Prozent von ihnen sind weiblich.
Unser gemeinsames Ziel ist, Familien und besonders Mädchen und Frauen in Afghanistan Starthilfe aus bitterer Armut zu geben und sie dabei zu unterstützen, sich aus eigener Kraft eine bessere Zukunft und ein Leben in Würde aufzubauen.
Alle Projekte des Vereins folgen diesen Prinzipien
- Sie leisten Hilfe zur Selbsthilfe.
- Sie verbessern die Situation von Kindern und Frauen.
- Sie helfen insbesondere im abgelegenen, ländlichen Raum.
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Derzeit betreiben wir:
- 5 Schulen, 3 davon Mädchenschulen
- 9 Mutter-Kind-Kliniken
- bauen im Jahr bis zu 90 Brunnen
- bilden Schneiderinnen aus
- und leisten Winter- und Überlebenshilfe nach Flucht und Katastrophen.
Diese Hilfe erreicht im Jahr etwa 280.000 Menschen.
Schulische Bildung
Die Safaa-Schule – In Gedenken an Roger Willemsen
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Im Oktober 2020 eröffnete der Afghanische Frauenverein nach knapp drei Jahren Bauzeit die Safaa-Grundschule in Gedenken an unseren verstorbenen Schirmherrn Roger Willemsen. Die Schule liegt im 17. Distrikt Kabuls. Alle inzwischen 2.500 Schüler:innen aus dem armen Safaa-Viertel dürfen sie kostenfrei besuchen. Morgens erhalten die Mädchen, nachmittags die Jungen Unterricht. Die Schule hat ein Labor, eine Bibliothek, einen Medien-, Computer- und ein Naturwissenschafts-Trakt, eine Schulkrankenschwester sichert die Gesundheit und ausreichende Ernährung aller Kinder.
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Die Bojasar Mädchenschule – Schule im Süßen Tal
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35 Kilometer nördlich von Kabul liegt das Bojasar-Mädchengymnasium. Bis zu 600 Schülerinnen der Klassen 1-6 besuchen aktuell die Bojasar-Mädchenschule und werden von 22 Lehrerinnen unterrichtet. Offiziell ist die Schule weiterhin als Gymnasium registriert, auch wenn Mädchen der Klassen 7 bis 12 seit 2022 nicht mehr in die Schule kommen dürfen. Unterstützt vom Afghanischen Frauenverein, lernen sie so gut es nur möglich ist, zuhause weiter.
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Die Roschani Mädchenschule Ghazni – Schule des Lichts
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Roschani heißt Licht auf Dari. Ein Lichtblick in dunklen Zeiten sollte die Schule werden, als sie 1999 während der ersten Taliban-Zeit mit zunächst 20 Schülerinnen entstand. Heute ist die Roschani Schule in der Provinz Ghazni als Gymnasium registriert. Einst unterrichtete sie weit über 600 Mädchen in den Klassen 1 bis 12. Seit 2022 dürfen nur 410 Mädchen der Klassen 1-6 die Roschani-Schule besuchen. Die älteren Schülerinnen lernen bestmöglich zuhause weiter.
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Das Gymnasium Khazani bei Kunduz
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Im nordafghanischen Dorf Khoja Galtan in der Provinz Kunduz, wurden bis zum Jahr 2002 die Jungen in einem Zelt unterrichtet. Mädchen hatten bis dahin keinen Zugang zu Bildung. Die Dorfältesten baten den Afghanischen Frauenverein deshalb um Hilfe. 2003 wurde die neue Khazani-Schule feierlich eröffnet und 2013 schließlich als Gymnasium für Jungen und Mädchen anerkannt. Morgens werden die Jungen der Klassen 1-12 unterrichtet, nachmittags die Mädchen, aktuell der Klassen 1-6.
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Die Mädchen-Grundschule Bazari
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Im Oktober 2021 startete der Afghanische Frauenverein den Bau der Bazari-Mädchengrundschule im abgelegenen Distrikt Kalakan der Provinz Kabul. Im August 2022 wurde die Schule eröffnet und unterrichtet inzwischen in zwei Schichten 360 Mädchen. Zwei Mädchen kommen so gerne zur Schule, dass sie die Vormittags- und Nachmittagsschicht besuchen. An drei Tagen stellt die Schule allen Kindern einen Pausensnack bereit, um der weit verbreiteten Mangelernährung in der kargen Region zu begegnen.
Berufliche Ausbildung
Studienstipendien im medizinischen Bereich
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Zwischen 2017 und 2022 unterstützte der Afghanische Frauenverein besonders begabte Abiturientinnen seiner Schulen mit Studienstipendien. Das Programm konnte viele phantastische Lehrerinnen, Ärztinnen und Wissenschaftlerinnen ausbilden. Im Dezember 2022 wurden die Universitäten für Mädchen und Frauen in Afghanistan geschlossen. Im März 2024 öffneten medizinische Ausbildungsstätten, musten nach zwei Semstern jedoch wieder schließen. Unsere ehemaligen Abiturientinnen unterstützen wir so gut es geht, bei ihrem Ziel, einen Beruf zu erlernen. Das Stipendienprogramm wird großflächig erst wieder starten können, wenn die Universitäten in Afghanistan ihre Tore erneut auch für Frauen öffnen.
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Die Roschani Lehrschneiderei in Ghazni
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Seit 1992 sind Lehrschneidereien ein fester Bestandteil der Projekte des Afghanischen Frauenvereins. In Kabul und Ghazni wurden bis 2022 pro Jahr 90 – 100 Frauen zu Schneiderinnen ausgebildet. Viele von ihnen sichern mit dieser Arbeit bis heute das Einkommen ihrer Großfamilien. Seit 2023 ist es uns nicht wieder gelungen, die benötigten Genehmigungen zur Wiederöffnung der Schneiderschulen zu erlangen. Aber wir geben nicht auf.
Mehr zum Projekt: Lehrschneiderei Ghazni
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Brunnen-Bau
Ein von Roger Willemsen ins Leben gerufenes Projekt
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Es ist ein Projekt, dass unser 2016 verstorbener Schirmherr Roger Willemsen nach seiner Reise durch Afghanistan mit großem Engagement im Jahr 2006 ins Leben rief. Bewohner:innen des abgelegenen Turkmenendorfes Chalish in der Provinz Kunduz sprachen ihn direkt an und baten ihn um seine Hilfe. Bereits mit seinem ersten Aufruf im Magazin Chrismon vom Dezember 2005 gelang es Roger Willemsen, viele Leser:innen vom Sinn einer Brunnenspende zu überzeugen – mit seinem Appell „Brunnen zu schenken, ist auch eine Form, Leben zu schenken“ begann das Projekt.
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Medizinische Versorgung
Die medizinische Versorgung im ländlichen Afghanistan ist seit jeher schwierig. Es fehlt an Kliniken und medizinischen Einrichtungen, an guter Ausstattung, aber auch an qualifizierten Ärzt:innen und Personal außerhalb der Städte. Nach dem Rückzug vieler Hilfsorganisationen 2021 schlossen innerhalb Afghanistans über 2.000 Kliniken. Weitere 420 Kliniken und 300 Ernährungszentren kamen im März 2025 hinzu. Heute haben mehr als 14 Millionen Menschen keinen Zugang mehr zu einer medizinischen Basisversorgung. Afghanistan verzeichnet erneut die zweithöchste Mutter-Kind-Sterblichkeit weltweit, fünf Millionen Kinder sind mangel- oder unterernährt.
Im Angesicht dieser Not baut der Afghanische Frauenverein seine medizinische Arbeit bestmöglich aus und hat neun Mutter-Kind-Kliniken wiedereröffnet und in Betrieb:
Mutter-Kind-Klinik Kariz Mir in Shakardara
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In Kooperation mit ARCHEMED – Medizinische Hilfe für Kinder in Not e.V. konnte unsere achte Mutter-Kind-Klinik am 1. April 2025 im Dorf Kariz Mir eröffnet werden. Die Klinik befindet sich im ländlichen und abgelegenen Distrikt Shakardara der Provinz Kabul, etwa 35 Kilometer nördlich der Hauptstadt. Zum Einzugsgebiet der Klinik gehören 27 kleine und mittelgroße Dörfern mit insgesamt 17.000 Einwohner:innen, die bisher keinen Zugang zur medizinischen Grundversorgung haben.
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Mutter-Kind-Klinik Qulab in Shakardara
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Seit zwölf Jahren unterhält der Afghanische Frauenverein im abgelegenen Bergdorf Qulab in der Provinz Kabul einen kleinen Gesundheitsposten. Im November 2021 erweiterte der Verein den Posten zu einer richtigen Mutter-Kind-Klinik. Ein 10-köpfiges medizinisches Team versorgt hier jetzt bis zu 100 kleine wie große Patient:innen am Tag.
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Mutter-Kind-Klinik Walayati in Bagrami
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Seit Beginn des Jahres 2021 unterstützen wir die Mutter-Kind-Klinik im Dorf Walayati, im Bagrami-Distrikt in der Provinz Kabul. Das Dorf liegt in einer ländlichen Gegend, etwa eine Autostunde von Kabul entfernt. Hier leben etwa 18.000 Personen. Unter ihnen auch etwa 2.000 afghanische Geflüchtete, welche aus Pakistan zurückgekehrt sind oder aus anderen unruhigen Provinzen hierher gekommen sind.
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Mutter-Kind-Tagesklinik Bazari in Kalakan
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Auch die Mutter-Kind-Tagesklinik Bazari, in dem 12.000 Mütter und Kinder im nur schwer erreichbaren Disktrikt Kalakan mit Gesundheitsdienstleistungen versorgt werden, erhält seit Anfang 2021 unsere Unterstützung. Die Mitarbeitenden betreuen Schwangere, leisten Geburtshilfe, Neugeborenen- und Stillberatung, sie versorgen und impfen Kleinkinder und screenen diese zu der hier weit verbreiteten Mangel- und Unterernährung.
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Mutter-Kind-Tagesklinik Akakhel, Distrikt Qarabagh
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Der Bedarf an medizinischer Versorgung rund um den Ort Akakhel ist sehr hoch. In den 24 umliegenden Dörfern gibt es keine Anlaufstelle für Kranke oder Schwangere. Seit Februar 2022 hat der Afghanische Frauenverein zusammen mit seinem medizinischen Partner deshalb die 2021 gebaute, aber verlassene Mutter-Kind-Klinik Akakhel in Betrieb genommen. 24.00 Menschen bekommen hier Zugang zu medizinischer Grundversorgung und Gesundheitsaufklärung. Nun haben die Anwohner der weit abgelegenen Region endlich die Möglichkeit, kostenlose medizinische Hilfe zu bekommen.
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Mutter-Kind-Tagesklinik Mamozai, Distrikt Bagrami
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Das Dorf Mamozai liegt in dem bergigen Distrikt Bagrami, Provinz Kabul. Die einzige Möglichkeiten hier an eine medizinische Versorgung zu kommen ist die kleine Klinik Mamozai. Umso dramatischer war es, als diese nach der Machtübernahme im August 2021 von internationalen Gebern geschlossen wurde. Die Bevölkerung bat den Afghanischen Frauenverein um Hilfe. Im Juni 2022 nahmen wir auch diese verlassene Klinik in Betrieb. Zu deutlich hatte sich die Mutter-Kind-Gesundheit und Sterblichkeitsrate der Unter-Fünfjährigen in der Region verschlechtert. Seither versorgt die Klinik 19.000 Menschen.
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Mutter-Kind-Tagesklinik Bagh Ariq, Distrikt Qarabagh
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Auch in Bagh-Ariq leisten wir seit Juni 2022 präventive und kurative medizinische Versorgung für 15.000 Menschen. Der Distrikt Qarabagh in der Provinz Kabul hat während des Krieges viele Gefechte erlebt. Zahlreiche Infrastrukturen für die lokale Landwirtschaft, Bildungs und Gesundheitseinrichtungen wurden stark beschädigt und größtenteils zerstört. Durch die Inbetriebnahme der seit August 2021 geschlossenen Bagh-Ariq Klinik durch den Afghanischen Frauenverein seinen lokalen medizinischen Partner gibt es nun erstmals wieder eine medizinische Grundversorgung für die hier lebenden Familien.
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Mutter-Kind-Tagesklinik Qulai Mussa, Distrikt Qarabagh
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Auch unsere Qulai Mussa Klinik liegt in dem vom Krieg stark gezeichneten Distrikt Qarabagh im Nordosten der Provinz Kabul. Um die 18.000 Menschen haben Zugang zu dieser Klinik und somit die Möglichkeit auf eine allgemeine, grundlegende medizinische Versorgung und das an sechs Tagen in der Woche.
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Patenschaften
Familienpatenschaften zur Unterstützung mittelloser Familien
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Ungefähr 100 mittellose kinderreiche Familien in Afghanistan werden derzeit durch Patenschaften mit einem monatlichen finanziellen Beitrag ab 25 Euro unterstützt.
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Nothilfeprojekte
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Nach extremen Kälte-, Regen- und Dürreperioden, Erdrutschen, Erdbeben oder Flüchtlingswellen in Kriegszeiten leistet der AFV schnell und unbürokratisch Hilfe: Unser erfahrenen Mitarbeitenden des Nothilfeteams ermessen den individuellen Bedarf, kaufen möglichst vor Ort Hilfsgüter wie Medikamente, Lebensmittel, Zelte, Heizöfen, Kleidung, Schuhe, Decken sowie Seife und organisieren lebensrettende Verteilungen für die ärmsten Familien. Im letzten Jahr erreichten wir 90.000 Menschen mit Not- und Überlebenshilfe.
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