Heute ist Weltgesundheitstag, ein Tag, der besonders für die ärmsten Länder unserer Welt wichtig ist. Dort, wo Gesundheit und medizinische Versorgung nicht selbstverständlich sind und es vereinte Kräfte braucht, um dies zu ändern. 14,4 Millionen Menschen in Afghanistan haben aktuell keinen Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung. Mit neun Mutter-Kind-Kliniken für knapp 200.000 Menschen versucht der Afghanische Frauenverein bestmöglich zu helfen.
Hamburg, den 7. April 2026. „Ich verdanke dieser Klinik mein Leben“, erzählt der 56-jährige Wais Ahmed, Patient in der Qalai Mussa Klinik des Afghanischen Frauenvereins im abgelegenen Qarabagh. „Ich hatte furchtbare Schmerzen durch einen Nierenstein und eine schwere Entzündung dazu. Dank des Ärzteteams hier konnte beides noch rechtzeitig behandelt werden. Jetzt bin ich wieder fähig, Feldarbeit zu leisten und meine Familie zu ernähren. Ich danke dem Arzt dieser Klinik und alle, die ihren Erhalt ermöglichen.“
233.027 Besuche unserer Kliniken im Jahr 2025
233.027 kleine und große Patient:innen wurden in den verschiedenen Kliniken des Afghanischen Frauenvereins allein im Jahr 2025 behandelt. Dies sind 26.464 mehr als im Vorjahr.
Die kostenlose Behandlung, die in den Mutter-Kind-Kliniken angeboten wird, deckt ein breites Feld ab. 80 Prozent aller Patient:innen sind Frauen und Kinder. Ein großer Schwerpunkt aller Kliniken ist das Behandeln der aktuell weit verbreiteten Unterernährung bei Schwangeren und Kleinkindern in Afghanistan. Impfprogramme schützen Kinder und Schwangere vor leicht vermeidbaren aber gefährlichen Erkrankungen wie Polio, Diphterie und Tuberkulose. Durch große Sensibilisierungskampagnen auf Dorfebene und die bemühte Arbeit freiwilliger Dorfgesunheitshelfer:innen konnten 11.957 Kinder und 8.800 Mütter allein gegen Tetanus geimpft werden. 2025 gelang es, sieben unserer Kliniken bereits mit kleinen Laboren auszustatten, die es ermöglichen, Blut-, Stuhl- und Urintests vor Ort durchzuführen, Rhesus-Unverträglichkeiten bei Schwangeren, Malaria und Tuberkulose schnell zu diagnostizieren und sofort Gegenmaßnahmen einzuleiten. 411 Geburten wurden 2025 sicher begleitet. 6.843 Schwangere erhielten während der Schwangerschaft Vorsorge- und nach der Geburt Nachsorgeuntersuchungen und Stillberatung. 3.329 Paare wurden zu freiwilliger Familienplanung beraten.
Die Geschichte des kleinen Tasbam
Am 20. Oktober 2025 wurde der sechs Monate alte Taṣbam in unsere Mutter-Kind-Klinik Mamozai in Bagrami gebracht. Er wog nur 4,6 Kilogramm, war lediglich 59,2 Zentimeter groß und hatte einen Oberarmumfang von 10 cm. Taṣbams Mutter hatte bei ihrem ersten Besuch in der Mamozai Klinik beobachtet, wie ein anderes unterernährtes Kind hier erfolgreich behandelt wurde, und den Mitarbeitenden vertraut. Und was für ein Erfolg: Nach 71 Tagen Behandlung mit medizinischer Aufbaunahrung wurde Taṣbam erneut gemessen und gewogen. Er wog inzwischen 7,1 Kilogramm war vier Zentimeter gewachsen und auch seine Oberarmweite hat sich auf 13,6 Zentimeter altersgerecht entwickelt.
- Der kleine Taṣbam vor seiner Behandlung, Oktober 2025
- … und danach, Dezember 2025.
Wir bedanken uns bei allen mutigen Kolleg:innen
In jeder unserer Kliniken arbeiten sechs weibliche und sechs männliche medizinische Expert:innen an sechs Tagen in der Woche rund um die Uhr. Sie alle nehmen viel auf sich, um täglich in ihre entlegenen Einsatzgebiete zu kommen.
Ihnen allen danken wir an diesem Weltgesundheitstag von ganzem Herzen!
Wir freuen uns über jede Unterstützung unserer medizinischen Arbeit. 15 Euro kostet die Behandlung eines unterernährten Kindes mit medizinischer Aufbaunahrung.



