Welt-Hepatitis-Tag: Sieben Labore am Hindukusch retten Leben

14 Millionen Menschen sind in Afghanistan inzwischen ohne medizinische Versorgung. Krankheiten wie Hepatitis breiten sich ungehindert aus – und gefährden Leben. Dabei ist Hepatitis behandelbar, wird es nur früh genug erkannt. Sieben kleine Labore in neun weit abgelegenen Mutter-Kind-Kliniken des Afghanischen Frauenvereins geben Hoffnung.

Hamburg/Kabul, 28. Juli 2026. Das Schließen zahlreicher Krankenhäuser und Gesundheitsstationen in Afghanistan bleibt nicht ohne Folgen. Mehr als 14 Millionen Menschen im Land haben keinen Zugang mehr zu einer medizinischen Grundversorgung. Polio, eine Krankheit, die in Afghanistan längst als bezwungen galt, ist mit ersten 15 registrierten Fällen wieder auf dem Vormarsch.

Auch Tuberkulose und virale Hepatitis B und C breiten sich erneut ungehindert aus und führen zu Todesfällen, die leicht verhindert werden könnten. Denn beide Infektionen sind gut behandelbar, werden sie nur früh genug erkannt. Eine Laboranalyse von Blut und Spucke ist dafür notwendig.

Medizinische Labore sind auf dem Land kaum existent

Doch jenseits großer Städte sind Labore in Afghanistan kaum mehr existent. Ein Grund, warum der Afghanische Frauenverein e.V. gemeinsam mit seinem lokalen Partner Union Aid und unterstützt von der Anja Balkenhol Stiftung, der Light Foundation und Lavatera Stiftung sieben seiner neun Mutter-Kind-Kliniken in abgelegenen Bergregionen Afghanistans mit einem Labor ausgestattet hat. Je eine Laborassistentin oder ein Laborassistent untersuchen hier täglich Blut, Urin und Sputum. Sie identifizieren virale Hepatitis B und C, Tuberkulose, Malaria, Rhesus-Unverträglichkeiten bei Schwangeren und ihren Neugeborenen sowie vieles mehr und leiten eine sofortige Behandlung ein.

 

„Endlich können wir auf Basis von Fakten vorbeugen und Betroffene effektiv behandeln. Dieses kleine Labor sieht nicht danach aus, aber es rettet hier wirklich Leben“, betont Laborleiterin Amena*

Zwei Labore fehlen noch

„Zwei unserer Kliniken wurden erst im letzten Jahr eröffnet“, sagt Homa Abass. „Wir versuchen alles, um auch diese beiden Kliniken schnellstmöglich mit einem Labor ausstatten zu können. Wie wichtig diese Labore sind, zeigen uns eindrücklich die effektiven Behandlungserfolge der bereits versorgten Kliniken.

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*Name zum Schutz der Betroffenen geändert.