Was tun gegen Kinderheirat?

Seit der bewegenden Reportage des Journalisten Can Merey zum Schicksal der kleinen Aysha in der afghanischen Provinz Daikundi werden wir oft gefragt, wie man Mädchen in Afghanistan vor Kinderheirat schützen kann. Drei wichtige Maßnahmen im Rahmen unserer Arbeit können vorbeugen.

Kabul/Hamburg 28. August 2026. Zunächst bedanken wir uns von Herzen bei Can Merey für das Vertrauen und das öffentliche Teilen, dass Organisationen wie der Afghanische Frauenverein e.V. auch heute noch Mädchen und Frauen in Afghanistan unterstützen können. Er hat recht:

Wir und weitere Hilfsorganisationen können weiterhin Mädchen und Frauen in Afghanistan mit Hilfe erreichen, ohne dass dabei Spenden in falsche Hände geraten. Jeden Spendeneuro, den wir in unseren Projekten in Afghanistan einsetzen, verwalten, kontrollieren und dokumentieren wir weiterhin selbst und können versichern: Hilfe kommt an und erreicht die Not leidende Bevölkerung.

Folgende drei Schwerpunkte unserer Arbeit können helfen, Kinderheirat vorzubeugen:

(1) Bildung und der Schulbesuch für Mädchen

In Afghanistan dürfen Mädchen weiterhin die ersten sechs Grundschuljahre zur Schule gehen.  Jedes Jahr Schule ist ein wichtiger Baustein, um sie vor Kinderheirat zu schützen. An unseren fünf eigenen Schulen ermöglicht uns der enge Kontakt mit den Familien aller eingeschulten Mädchen, sofort zu helfen, wenn die Ausweglosigkeit einer Familie so groß wird, dass eine Kinderheirat droht.

Oft hilft der betroffenen Familie bereits eine kleine Unterstützung, um den Schulden- und Überlebensdruck zu lindern und sicherzustellen, dass ein Mädchen in der Familie bleiben und weiter zur Schule kommen kann.

(2) Winterhilfe für Familien in extremer Not

Gerade im Dezember, Januar und Februar, wenn Nahrung und Tagelohnarbeit im ländlichen Afghanistan kaum zu finden sind, ist das Weggeben eines Kindes für extrem arme, hungernde Familien eine letzte bleibende Überlebensstrategie. Das betrifft nicht nur Mädchen, auch kleine Jungen werden als Arbeitskräfte gegen Geld rekrutiert. Erreichen wir in dieser schweren Zeit Familien mit Winterhilfe und Lebensmittelpaketen, berichten uns Eltern voller Dankbarkeit, dass ihnen damit die unfreiwillige Trennung von einem Kindes erspart geblieben ist. Ernährungshilfen in den harten Wintermonaten sind in dieser schweren humanitären Zeiten in Afghanistan lebensrettend, insbesondere für Mädchen.

(3) Langfristige Entwicklungsprogramme mit Dorfgemeinschaften

Mit langfristigen Entwicklungsprogrammen, die der Afghanische Frauenverein e.V. gemeinsam mit Dorfgemeinschaften plant, schult und umsetzt, geben wir betroffenen Familien über Wasser-, Gesundheits-, Bildungs- und Einkommensprojekte nachhaltige und langfristige Überlebensperspektiven.

Wir bedanken uns bei allen, die helfen, das humanitäre Leid von Familien in Afghanistan zu lindern und damit auch Kinderheirat aktiv vorbeugen.

Jetzt spenden!

 10 Euro im Monat finanzieren den Schulbesuch eines Mädchens.

Ein Winter-Lebensmittelpaket für eine Familie kostet 120 Euro.