Keine Bleibe trotz Eiseskälte und nagender Hunger: Das ist gerade bittere Realität von tausenden, aus Pakistan vertriebenen Menschen, die wir in verschiedenen sporadischen Camps in Kunduz trafen. 4.550 von ihnen werden wir in den kommenden Tagen mit Zelten, Decken, Schuhen und Winterkleidung erreichen.
Zu Ramadan bitten wir dringend um Hilfe, um jede der 650 Familien zusätzlich mit einem Lebensmittel-Paket versorgen zu können. 107 Euro kostet aktuell ein Lebensmittelpaket für einen Monat. Wir freuen uns über jede Unterstützung.
- Viele alleinstehende Frauen mit Kindern
- sind unter den Vertriebenen und für die Hilfe registriert.
Kunduz, 18. Februar 2026. „Wir kommen aus Peschawar“, erzählt Basira leise. „Dort bin ich geboren. Dort habe ich meine Kinder bekommen. Dort ist mein Zuhause…“ Doch eines Nachts wurde Basira mit ihren vier Kindern und ihrer Schwiegermutter von Regierungsbeamten abgeholt und in einem Lastwagen zur afghanischen Grenze gebracht. „Wir seien illegal, sagten sie uns in Pakistan. Sie gaben uns nicht einmal Zeit, etwas zu packen.“ Seitdem versucht Basira irgendwie, alle am Leben zu halten.
„Drei Tage durften wir in ein altes Schulgebäude ziehen. Jetzt sind wir wieder hier“
Mit großen Lastwagen hat man sie von der Grenze bis nach Kunduz gebracht. Hier hat Basira mit Pappen, Tüchern und Planen eine erste notdürftige Unterkunft für ihre Kinder gebaut. Doch die Schneestürme der vergangenen Wochen rissen alles nieder. „Drei Tage durften wir in ein altes Schulgebäude umziehen. Jetzt sind wir wieder hier“, sagt sie.

650 Familien, 4.550 Menschen insgesamt, haben sich auf diesem Platz und in einem weiteren Camp etwas weiter niedergelassen. Der Afghanische Frauenverein e.V. stattet sie in diesen Tagen dank großzügiger Spenden mit winterfesten Zelten, Decken, Schuhen und Winterkleidung aus. Diese schenken Wärme, doch satt macht sie leider noch nicht.
Zusammen gegen den Hunger
„Um die 650 Familien auch mit Lebensmittel-Paketen versorgen zu können und ihnen durch die letzten schweren Winterwochen zu helfen, brauchen wir dringend mehr Unterstützung“, sagt Homa Abass, Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins e.V. „Jede Ramadan-Spende, die uns erreicht, ist unendlich kostbar und hilft diesen Familien hier, zu überleben.“
107 Euro bedeuten Lebensmittel für vier bis sechs Wochen
Ein großes Lebensmittel-Paket enthält 50 kg Mehl, 24,5 kg Reis, 10 Liter Speiseöl (Ghee), 7 kg Hülsenfrüchte, zwei Säcke Salz, 1 kg Datteln zum traditionellen Fastenbrechen, 1 kg grüner Tee und 7 kg Zucker. Für eine sechs- bis siebenköpfige Familie reicht dies für mindestens vier bis sechs Wochen.
„Die heute beginnende Fastenzeit ist eine sehr besondere Zeit“, sagt Homa Abass. „Sie ist eine Zeit des Nachdenkens, des Besinnens, des Teilens und Zusammenstehens. Wir wünschen allen, die in den kommenden Wochen fasten, von Herzen alles Gute – Ramazan Mubarak.




