6. September 2025. „Heute ist ein guter Tag hier in Kunar“, sagt Haron Lodin, Nothilfekoordinator des Afghanischen Frauenvereins. „Erstmals haben heute keine heftigen Nachbeben die Hilfsarbeiten und mühsam frei geräumten Straßen wieder blockiert.“ Hilfsgüter konnten endlich per Landweg das Katastrophengebiet erreichen und die ersten Menschen unterstützen. Ein Hoffnungsschimmer.
„Die letzten Tage waren für die Familien und Helfenden hier ein Alptraum“, so Lodin. „Ein heftiges Nachbeben jagte das nächste, löste unter den traumatisierten Überlebenden immer wieder Panik aus und erschwerte alle Bemühungen, schnell und effektiv zu helfen. Die Menschen hier hungern, verdursten und sind durch die vielen zu beklagenden Opfer und weiteren Beben komplett zermürbt.“
Evakuierung der Schwächsten
„Hilfe war in vielen Dörfern bisher entweder nur zur Fuß oder per Helikopter möglich“, so Lodin weiter. „Diese haben versucht, möglichst viele medizinische Teams, Wasser und Nahrung in das unzugängliche Mazar Dara Tal in Nurgal zu bringen und Kinder, Frauen und ältere Menschen auf dem Rückweg zu evakuieren. Doch drei Helikopter sind für diese Mammutaufgabe einfach zu wenig.“
Erste schützende Camps im Aufbau
Vier erste, durch verschiedene Hilfsorganisationen entstehende Camps bieten den Evakuierten in Nurgal und Chawkay nun erstmals Schutz und eine sichere Bleibe. In Ziari Baba haben 500 Familien erste Zelte bezogen, in Khas Kunar Daag werden Evakuierte aus Mazar Dara versorgt, in Habibzo und auch im Dorf Patan entsteht ein Zelt nach dem anderen, und nicht nur hier…
- Installation eines Wasserhahns: Noch ist alles im Aufbau. Wer immer kann und noch bei Kräften ist hilft mit, vor allem die Kinder.
„Noch ist alles im Aufbau“, berichtet Lodin. „Wer immer kann und noch bei Kräften ist, hilft mit, vor allem die Kinder.“ Auch erste Wassertanks können befüllt werden, erste warme Mahlzeiten verteilt werden und die nun freieren Zufahrtswege machen Hoffnung, dass nun, sechs Tage nach der Katastrophe, endlich mehr Hilfe transportiert werden kann.
Wasser und Nahrung dringend benötigt
In Khas Kunar Daag versucht ein Junge aus dem frisch installierten Wasserhahn zu trinken, doch noch hat kein Wasser den verteilenden Tank erreicht. „Meine Kinder weinen schon nicht mehr, nach sechs Tagen Durst und Hunger sind sie einfach zu schwach“ berichtet die 40-jährige Shirin Khan. „Bitte helft schnell.“

Erste Verteilung von warmen Mahlzeiten und Wasser
Endlich, nach vielen Straßenblockaden, kann auch der Afghanische Frauenverein am morgigen Sonntag die ersten Dörfer mit warmen Mahlzeiten und Trinkwasser versorgen. Zwei Wochen lang kochen Garküchen für 1.000 Menschen im zerstörten Katastrophengebiet zwei warme Mahlzeiten pro Tag, bis ihnen Zelte, Lebensmittel und verteilte Überlebenspakete mit den wichtigsten Hilfsgütern und Kochutensilien wieder die Selbstversorgung ermöglichen. 1.000 Familien, etwa 7.000 Menschen werden im ersten Schritt durch diese Hilfe versorgt werden können. Ein Anfang.
Doch die Not ist unfassbar groß. So viel mehr Menschen brauchen Hilfe. Wir bedanken uns bei allen, die diesen lebensrettenden Einsatz weiter unterstützen und mit ihrer Spende möglich machen und versichern: Wir können die uns anvertrauten Spenden neutral und unabhängig, ohne Abgaben in falsche Hände, eigenverantwortlich und in Koordination mit allen Hilfsakteuren vor Ort umsetzen und sind für jede Unterstützung dabei sehr, sehr dankbar.
60 Euro finanzieren eine Monatsration Lebensmittel, 120 Euro ein Überlebenspaket für eine Familie im Katastrophengebiet
- Besuch bei einer Familie, die erfolgreich evakuiert werden konnte und als eine der ersten ein bereitgestelltes Zelt einer Hilfsorganisation beziehen konnte.



