Mutter-Kind-Klinik Kariz Mir feierlich eröffnet

Hoffnung für Afghanistan: Dank einer Kooperation mit ARCHEMED – Ärzte für Kinder in Not e.V. hat der Afghanische Frauenverein (AFV) die verlassene Mutter-Kind-Klinik Kariz Mir bei Kabul neu eröffnet. 17.000 Menschen aus 27 Dörfern erhalten hier jetzt lebensrettende medizinische Hilfe. Damit versorgt der Afghanische Frauenverein in nun acht Kliniken insgesamt 197.000 Patient:innen pro Jahr.

Hamburg/Kariz Mir Juli, 2025. Endlich ist es soweit: Die Mutter-Kind-Tagesklinik Kariz Mir in der abgelegenen, ländlichen Provinz Kabul ist seit dem 1. Juli 2025 feierlich eröffnet. Seit Januar 2025 schritten die Renovierungsarbeiten in der seit drei Jahren verlassenen Klinik stetig voran. Ab April konnten die ersten Patient:innen behandelt werden. Seit Juli erstrahlt die Klinik Kariz Mir nun in ganz neuem Glanz und behandelt mit einem 10-köpfigen medizinischen Team pro Tag etwa 100 Patient:innen.

„Wir freuen uns sehr, dass unsere Kariz Mir Klinik nach sechs Monaten Renovierungszeit nun voll einsatzbereit ist und besonders für Kleinkinder lebensrettende Hilfe bietet“, sagt Dr. Intezar, medizinischer Leiter des Projektes. „Wie in weiten Teilen Afghanistans ist die Mutter-Kind-Sterblichkeit und die Anzahl mangel- und unterernährter Kinder hier in der Region sehr groß. Unser medizinisches Team tut alles dafür, diesen Gefahren etwas entgegenzusetzen.“

Lebensrettende Hilfe für Frauen und Kinder

80 Prozent der Patient:innen sind Frauen und Kinder. Sie alle erhalten in der Kariz Mir Klinik eine kostenlose, medizinische Rundumversorgung. Jedes kommende Kind wird gewogen und bei akuter Unter- oder Mangelernährung mit Aufbaunahrung versorgt. Die Klinik leistet Schwangeren-Vor- und Nachsorge sowie eine 24-Stunden-Geburtsbegleitungen, führt Impfprogramme durch und leistet medizinische Nothilfe bei Krankheit oder Unfällen, die natürlich auch von Männern in Anspruch genommen werden darf. Vier an die Klinik angeschlossene Dorfgesundheitsstationen sichern parallel die medizinische Erstversorgung direkt auf Dorfebene und monatliche Aufklärungsaktivitäten etwa zum Schutz vor schweren Durchfallerkrankungen, Cholera, Tuberkulose und anderen verbreiteten Krankheiten vor Ort.

18 Millionen Menschen ohne medizinische Grundversorgung

Die Wiedereröffnung von Landkliniken wie Kariz Mir ist besonders wichtig, da nach Streichung aller US-Hilfen für Afghanistan in den letzten Wochen 420 Kliniken und 300 Ernährungszentren im ganzen Land schließen mussten. Insgesamt 18 Millionen Menschen sind inzwischen ohne Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung.

„Die Klinikeröffnung ist Teil unseres langjährigen Engagements für Frauen, Bildung, Wasser und Gesundheit in Afghanistan“, sagt Homa Abass, Vorsitzende des Afghanischen Frauenvereins vor Ort. „In bereits sieben bestehenden Mutter-Kind-Kliniken des Afghanischen Frauenvereins stellen wir seit vielen Jahren die medizinische Grundversorgung für 180.000 Menschen sicher. Weitere 17.000 Menschen kommen jetzt hinzu. In ihrem Namen bedanken wir uns von ganzem Herzen bei ARCHEMED und allen Spenderinnen und Spendern, die unsere medizinische Hilfe möglich machen.“

AFV-Vorsitzende Homa Abass und Geschäftsführerin Christina Ihle mit dem Schwestern-Team der Kariz Mir Klinik.

Für jede Unterstützung unserer medizinischen Arbeit sind wir dankbar. 15 Euro zum Beispiel sichern die dreimonatige Versorgung eines unterernährten Kleinkindes mit medizinischer Aufbaunahrung.

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