Afghanischer Frauenverein e.V.
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Ehrung und Danksagung

Wir trauern um Habib Yussof

Der Afghanische Frauenverein trauert zutiefst um Habib Yussof. Knapp zwei Wochen nach seinem 63. Geburtstag verstarb unser lieber Freund und Mitstreiter am 28. Juni 2018.

Mit 11 Jahren kam Habib Yussof aus Afghanistan nach Deutschland und schloss nach dem Besuch einer deutschen Schule mit Erfolg ein Bau-Ingenieursstudium ab. In Neuwied fand er eine neue Heimat und viele Freunde.

Sein Engagement für andere erbte er von seinem Vater, dem ehemaligen afghanischen Ministerpräsidenten Dr. Mohammad Yussof Khan, der auch heute noch als großes Vorbild gilt, und seinem Sohn stets eine Leitfigur auf seinem Lebensweg war.

Schon als Kind galt der Musik seine ganz besondere Hingabe. Sein Talent setzte er immer wieder großherzig für Afghanischen Frauenverein in vielen Benefizkonzerten ein. Als leidenschaftlicher Virtuose an der akustischen Gitarre und Gründer des „Mayham-Ensembles“ war er seit Anfang der 80er Jahre verantwortlich für viele Kompositionen, die die Tradition mit der Moderne, den Orient und Okzident verbanden.

Wir erinnern uns an Habib Yussof als liebevoller Familienvater, als stets freundlich, hilfsbereit, engagiert und das Leben liebend, als politisch interessierten und erdverbundenen Menschen.

Sein Tod ist ein schwerer Verlust für alle, die ihn kannten. Vor allem seiner Familie gehört unser tiefstes Mitgefühl.

Einer von Habib Yussofs Leitsprüchen lautete stets: „Mit Musik hört man seine innere Stimme deutlicher.“ Ein schönes Lebensmotto.

Wir trauern um unseren treuen Freund Habib Yussof, der leider viel zu früh von uns gegangen ist.

 

Prof. Dr. Annemarie Schimmel – erste Schirmherrin des AFV

Ihre Herzlichkeit war ansteckend, ihr Wissen phänomenal: Viele Jahre war Frau Prof. Dr. Annemarie Schimmel bis zu ihrem Tod im Jahr 2003 die erste Schirmherrin des Afghanischen Frauenvereins.

Wie kaum eine andere Person des akademischen Lebens, verstand es die Orientalistin Brücken zu bauen – zwischen Kulturen, Religionen und Menschen. Eine Eigenschaft, die sie auch immer wieder in ihrer Arbeit für den Verein einbrachte. Sei es bei Vorträgen, bei Spendenaufrufen oder einfach als Freundin im Privaten.

Ihre Klugheit und ihr Interesse an islamischer Kunst und Arabistik zeigte sie schon früh, ihre Doktorarbeit legte sie bereits mit 19 an der Universität Berlin ab.

Nach dem Krieg begann Annemarie Schimmel eine international beachtete Karriere: Sie war Professorin und Dozentin an der Universität zu Marburg, arbeitete in Bonn, aber auch an der Harvard-University in den USA, in Ankara sowie im schottischen Edinburgh. Frau Prof. A. Schimmel hat 1966 und 1973 Afghanistan besucht und sie interessierte sich sehr für afghanische Literatur und Geschichte.

In vielen Büchern, Schriften und Aufsätzen setzte sie sich stets dafür ein, dem Westen die Kultur des Islams nahe zu bringen. Sie schätzte nicht nur den Orient, sie liebte ihn. Und sie vermittelte seine Werte, brachte diese auch einem westlichen Publikum nahe.

Dafür erhielt sie viele Auszeichnungen – darunter das Bundesverdienstkreuz und den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zudem war sie Ehrenmitglied im Zentralrat der Muslime in Deutschland. In Lahore in Pakistan, ihrer „zweiten Heimat“, ist sogar eine Straße nach ihr benannt.

Sie hat in Ihrem Testament festgelegt: “Nach meinem Tod soll anstelle von Blumen Geld an den Afghanischen Frauenverein gespendet werden“. Damals sind 35000,- Euro auf das Konto des Vereins eingegangen.

Der Afghanische Frauenverein blickt stolz auf seine Zusammenarbeit mit Annemarie Schimmel zurück. Sie war uns stets eine gute Freundin und Unterstützerin. Wir werden ihr Andenken stets in Ehren halten.

Buch: Annemarie Schimmel, Morgenland und Abendland. Mein West-östliches Leben, C..H. Beck.