Afghanischer Frauenverein e.V.
Afghanische Frauen und Kinder
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Alphabetisierung und Schneidereiausbildung in Roshani bei Ghazni

Projektbereich: Berufliche Ausbildung / handwerkliche Förderung
Projektinhalt: Alphabetisierung und Schneidereiausbildung
Ort/Distrikt/Provinz: Ghazni
Lage: am Rande der Provinzhauptstadt
Gegründet: 2002
Anzahl der Auszubildenden: 30 Frauen pro Jahr
Anzahl LehrerInnen: 3
Projektkosten pro Jahr: ca. 9.000 €

Seit 2002 bilden wir im Roschani Ausbildungszentrum jährlich 30 junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren zur Schneiderin aus. Nach einem Unterrichtplan unterrichten 3 Lehrerinnen die Schülerinnen. U.a. werden auch die Schuluniformen für die Roschani-Schule hier angefertigt. Außerdem findet eine Alphabetisierung der Frauen statt und sie werden dazu eine Stunde täglich in Dari, Lesen und Schreiben sowie Mathematik unterrichtet.

Die jungen Frauen kommen voller Freude zu Fuß oder mit Rikscha zum Unterricht und lassen sich von weiten und unsicheren Wegen nicht abschrecken. Der Andrang ist sehr groß, so dass nicht alle Bewerberinnen eine Platz bekommen können.

Am Anfang der Ausbildung erhalten sie eine Nähmaschine, die sie nach Abschluss des Projekts mit nach Hause nehmen, um für den Eigenbedarf zu nähen und sich selbständig machen können. Die Chance auf ein eigenes Einkommen motiviert sehr.

Ihr Verdienst steigt von Jahr zu Jahr, bis zu sieben Familienmitglieder können die Frauen davon ernähren. Einige gründen eigene Betriebe, werden von ihrer Familie respektiert und können ihr Wissen weitervermitteln.

Die Leitung des Ausbildungszentrums obliegt der sehr engagierten Frau Nasrin Malekjar.

Die Schülerin Tahera schreibt:

»Ich heiße Tahera und lebe mit meinen Eltern und sechs Geschwistern in einer gemieteten 1-Zimmer-Wohnung. Mein Vater trägt Wasser zu einer Apotheke, damit verdient er 18 Euro im Monat. Man nannte uns damals die arme Familie. Die Leute schenkten uns ihre alten Kleider, und wir lebten von den Essensresten, die sie uns gaben. Unser Leben wurde besser, als ich die Roschani Schneiderei absolviert hatte. Die Schule gab mir eine Nähmaschine und eine Schere. Ich nähe jetzt vormittags für die Leute und verdiene damit mein Geld. Nachmittags gebe ich selbst einen Kurs für 18 Schülerinnen. Jetzt geht es uns gut, Gott sei Dank!!! Wir können von diesem Geld zum Neujahr und Eid (Fest des Fastenbrechens) neue Kleidung kaufen. Gott beschütze Euch und schöne Grüße.«

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