Jubiläumsfeier 25 Jahre Afghanischer Frauenverein AFV

Am 30.09.2017 in der Lagerhalle Osnabrück

Es war eine fröhliche und bewegende Feier, zu welcher der AFV geladen hatte. Das feierlich geschmückte Foyer machte deutlich, was an diesem Tag vermisst wurde: Die vielen heldenhaften HelferInnen in Afghanistan und der verstorbene Schirmherr Prof. Dr. Roger Willemsen. Durch eine Fotoschau erlebten Gäste und Mitglieder 25 Jahre Projekte in Afghanistan, Eindrücke mit Roger Willemsen, Brunnenbohrungen, Helferinnen in Schulen, Kinder in einem Kriegsland, Näherinnen auf dem Weg in die Selbstständigkeit. Aber auch die vielen Aktivitäten, unterstützt durch unzählige Prominente, SpenderInnen, Veranstaltungen in Deutschland waren zu betrachten. Sie ermöglichten all die guten Projekte. Über 150 Gäste und Mitglieder folgten der Einladung in die Lagerhalle Osnabrück, die als Friedensstadt ein würdiger Ort war.

Fotos: Karin Desmarowitz / Foto 9: Henrike Bosse

Im gefüllten Festsaal führte Moderatorin und Vereinsmitglied Frau Homaira Mansury anregend, nachdenklich und fröhlich durch ein begeisterndes Programm.

Herr Hakim Ludin, ein großer afghanischer Perkussionist von internationalen Rang, zeigte begeisternd virtuose Klänge und eröffnete den Festakt eindrucksvoll.

Herr Frank Henning, MdL, versprach finanzielle Zuwendungen in Vertretung des Oberbürgermeisters.

Er überbrachte Grüße vom Rat der Stadt Osnabrück. Dabei wies er auf die über hundertjährige Freundschaft zwischen Deutschland und Afghanistan sowie auf die Partnerschaft der Projektschule des AFVs hin: das Gymnasiums Carolinum in Osnabrück.

Frau Nadia Nashir begrüßte als Vorsitzende des AFVs und berichtete von jenen 12 Afghaninnen, die 1992 die mutige Idee des Vereins umzusetzen gedachten und loslegten – 25 Jahre durchwanderten sie – eine bewegende Zeit.

Sie gedachte des Schirmherren Roger Willemsen als großem Unterstützer dieses Vereins. Sein Tun und Wirken über 10 Jahre ehrt der AFV mit einer Schule, die zu seinem Gedenken errichtet wird.

Schirmherr wird Roger Willemsen postum bleiben. Zur großen Freude und Ehre des AFVs verkündete Nadia Nashir, dass sein guter Freund, Herbert Grönemeyer, nun die Rolle des Botschafters des AFVs übernommen habe. Auch wenn er heute nicht persönlich anwesend sei, begleite er uns alle doch im Herzen und in Gedanken. Das Publikum reagierte mit spontanem Applaus auf diese freudige Nachricht.

„Bitte vergessen Sie nicht Afghanistan und machen Sie weiter so.“, bat Nadia Nashir dankbar und zukunftsweisend alle Mitglieder und Gäste

Die Schauspielerin Katja Riemann gratulierte per Videobotschaft den mutigen Heldinnen des Vereins, die sich hier wie dort für Mädchen und Frauen in Afghanistan einsetzen. Sie wünschte, bei der Eröffnung der Schule zum Andenken von Roger Willemensen dabei sein zu können. Ihre leidenschaftliche Rede, beherzt und engagiert, verwies auf die tapferen Frauen, die trotz Unterdrückung dem Land helfen und diejenigen seien, die nach dem Krieg aufräumten. Die Gäste waren von ihren Worten bewegt und zollten zustimmenden Applaus.

Vier Schülerinnen des Osnabrücker Gymnasiums Carolinum lasen aus Roger Willemsens Buch „Es war einmal oder nicht“ eindrucksvolle Briefe afghanischer Kinder vor, in denen sie Widrigkeiten und Hoffnungen des afghanischen Lebensalltags beschrieben.

Vereinsmitglied Benita von Eberstein zeigte, durch die von ihr getroffene Auswahl der vielen Briefe: Die Kinder Afghanistans sind es satt, im Krieg zu leben, geben dem Frieden durch Bildung eine Chance und lieben Schulen aus diesem Grund.

Über 4000 Jahre afghanische Kultur – auch dieses Anliegen des AFV, dies in Deutschland zu zeigen, wurde in dem Festakt bedacht. Frau Nazifa Fazeli begeisterte durch zwei Schriften über das Finden der Stimme des Herzens und über die Liebe, geschrieben von dem berühmten Dichter Rumi.

Und dann gab es noch die große Modenschau: Unter dem Wirken und der Leitung von Frau Mastura Nawaz zeigten sieben Models prachtvoll handbestickte Kreationen unterschiedlichster afghanischer Ethnien, Regionen und Epochen: Von der Tracht der Nomadenbraut bis hin zur modernen „Afghan euro line“, wie sie sich heute in den Straßen westlicher Länder findet. Untermalt von traditioneller afghanischer Musik folgten die Blicke der Zuschauer dem Lauf der Models in ihren eleganten Mustern und farbenfrohen Kleidern die Bühne entlang und in die Tiefe des Saales, wo sie zuletzt in Empfang genommen wurden von einem jungen Mann im traditionellen handbestickten Gewandt aus der Provinz Khandahar.

Ein begeistertes Publikum erlebte nach diesem Höhepunkt eine letzte Steigerung in dem musikalischen Ausklang von Hakim Ludin, welcher abermals mit seinem meisterhaften Spiel auf dem Schweizer Instruments Hang die Gäste zu verzaubern vermochte.

Zum Schluss folgte ein schmackhafter Ausklang mit afghanischen Köstlichkeiten und verbindenden Gesprächen in fröhlicher Runde und bis tief in die Nacht.

Andreas Dinkelmann

Danksagung

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen, die zu dem Gelingen unserer wunderschönen Jubiläumsfeier beigetragen haben.

Der Verein bedankt sich bei der Arbeitsgruppe, insbesondere bei Frau Dr. Issa, für den Entwurf und die Finanzierung der Stofftaschen zum 25. Jubiläum.

Im Besonderen gilt unser Dank auch der Lagerhalle e. V. in Osnabrück, Herr Hakim Ludin, Frau Homeira Mansury, Herr Frank Henning, den vier Schülerinnen des Carolinum Gymnasiums, Frau Bärbel Schulte, Herr Helmut Brandebusemeyer, Frau Benita von Eberstein, Frau Mastura Nawaz, Frau Sarmina Sultan, Frau Leila Kabir, Frau Mina Kabir, Frau Mariam Ahazadas, Frau Arezoo Ramezani, Frau Svenja Windisch, Frau Elena Fiebelkorn, Herr Mathias Janke, Frau Nasifa Fazili, Blumen Kersten, Reprografien Annette Hebbeler GmbH, Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen e. V. (VNB), Frau Karin Desmarowitz, Frau Henrike Bosse, Herr Mohammed Wahid Refahi, Frau Nina Lükenga, Herr Sandy Kaltenborn, Frau Malahat und Herr Andreas Dinkelmann, unseren PraktikantInnen und dem Büroteam.

Taschakur

Der Vorstand des Afghanischen Frauenvereins e. V.